Bücker Bü 131 Jungmann, HB-UVG, HB-UTN
| Kenndaten | Leistungen | Zum Flugzeugtyp allgemein | Technische Beschreibung |
| Hersteller: | Bücker |
| Baumuster | Bü 131B Jungmann |
| Baujahr: | 1937 |
| Erstflug: | HB-UVG:
1937 HB-UTN: 1939 |
| Bauart: | einstielig verspannter Doppeldecker |
| Abmessungen: | Spannweite
7.40 m (oben und unten) Pfeilung 11 Grad, V-Form oben 1.5 Grad, unten 3.5 Grad Flügelfläche 13.5 m2 Länge 6.62 m Höhe 2.25 m |
| Gewichte: | Leergewicht
390 kg. Zuladung 290 kg. Fluggewicht (max.) 680 kg. |
| Triebwerk: | Hirth
HM 504 A 2, 4 Zylinder Reihenmotor mit hängenden Zylindern 105 PS |
| Propeller: | Heine
Holzpropeller Durchmesser 2.10 m Steigung 1.07 m |
| Tankinhalt | 80 l |
| Reisefluggeschwindigkeit : | 170 km/h |
| Max. Horizontalfluggeschwindigkeit: | 183 km/h |
| Höchstgeschwindigkeit | 350 km/h |
| Minimalgeschwindigkeit: | 82 km/h |
| Dienstgipfelhöhe: | 3000 m MSL |
| Max. Steigleistung in Bodennähe: | 3.2 m/sec - 3.8 m/sec (je nach Quelle) |
| Treibstoffverbrauch: | 24 l/h |
| Max. Flugdauer mit Reisegeschwindigkeit: | 3.8 h |
| Reichweite: | 650 km |
| Startlänge: | 130m - 140 m (je nach Quelle) |
| Landelänge: | 120m - 135 m (je nach Quelle) |
Zum Flugzeugtyp allgemein: (zum Anfang)
Der Bücker Jungmann war das erste Flugzeug der jungen, 1932 in Johannistal (Berlin) gegründeten Firma Bücker Flugzeugbau G.m.b.H. (andere Quellen geben Oktober 1933 als Gründungsdatum der Firma Bücker an). Der konventionelle Doppeldecker wurde unter der Leitung des schwedischen Chefkonstrukteurs Anders J. Andersson entworfen. Zeichnungen und Berechnungen dazu hatte er mitgebracht. Sie waren in seiner Freizeit zusammen mit dem Flugingenieur Gösta B. Rytta entstanden.
Der Prototyp Bü 131 V-1 (D3150) startete am 27. April 1934 zum Erstflug und war mit einem Hirth HM60R Reihenmotor ausgerüstet, der eine Leistung von 80 PS (60kW) hatte.
Die erste Serienversion Bü 131A, mit der gleichen Motorisierung wie der Prototyp, war bereits äusserst erfolgreich und wurde für zivile Flugschulen als auch für die neu entstandene Luftwaffe produziert. Bei der Luftwaffe wurde der Bücker Jungmann als Standard-Grundschulflugzeug eingesetzt. Um die benötigten Flugzeuge herstellen zu können mussten grössere Fabrikationsanlagen gebaut werden. Bücker erstellte 1935 im Berliner Vorort Rangsdorf ein neues Werk.
Hier wurde dann mit der Produktion der stärkeren Bü 131B begonnen. Die stärkere Motorisierung war denn auch die wesentlichste Änderung gegenüber dem A-Modell. Der Jungmann soll in acht europäische Länder exportiert worden sein u. a. Jugoslawien (400), Ungarn (100 - 119), Rumänien (40-150), Bulgarien (15), Spanien (100), Schweiz (zivile Maschinen und die ersten sechs der Militär-Bücker). Die Zahlen in Klammern geben die Anzahl verkaufter Maschinen an, sie unterscheiden sich je nach Quelle recht deutlich.
Die Zahl der in Deutschland produzierten Bücker Bü131 wird auf 3000 geschätzt. Insgesamt wurden weltweit um die 5000 Maschinen industriell hergestellt (Lizenzbauten eingeschlossen).
Übersicht der Typen:
| Modell | Motorisierung | Spezielles |
| Bü 131 V-1 | Hirth
HM60R Reihenmotor, 80 PS (60kW) |
Prototyp |
| Bü 131A | Hirth
HM60R Reihenmotor, 80 PS (60kW) |
Erste Serienversion. |
| Bü 131B | Hirth
HM504A-2 Reihenmotor, 105 PS (78kW) |
Verbesserte Version stärkerem Motor |
| Bü 131C | Cirrus
Minor Reihenmotor, 90 PS (67 kW) |
Einzelstück das versuchsweise mit dem englischen Cirrus Triebwerk ausgerüstet war. |
| Bü 131D | Hirth
HM504A-2 Reihenmotor, 105 PS (78kW) |
Wurde ab 1938 anstelle der Bü 131B produziert. Unterschied sich äusserlich durch ein vergrössertes Spornrad von der 131B |
Die Bücker-Lizenz-Produktion im Ausland:
Nachdem sich der Bücker Jungmann zu einem eigentlichen Exportschlager entwickelte, wurden bald auch Bücker in Lizenz produziert:
| Land | Gebaut von - bis |
Bezeichnung | Anzahl | Bemerkungen |
| Deutschland | 1939 | Bü 131 | 15 | Gebaut durch
Mährisch-Schlesische Fahrzeugwerke Motor: Hirth HM504A-2 (original) |
| Schweiz | 1936 - 1943 | Bü 131B | 84 für die
Luftwaffe, 46 für zivile Abnehmer |
Gebaut durch
Dornierwerke Altenrhein, Motor: Hirth HM504A-2 (original) |
| Japan | 1942 -?? | Type 2 Primary Trainer Modell 11 (K9W-1 Momoji) | 217 - 339 | Gebaut durch
Watanabe Motor: Hitachi Eingesetzt bei der japanischen Marine hauptsächlich als Standard-Schulflugzeuge. |
| Type 4 Primary
Trainer (Ki-86A) |
1037 | Gebaut durch
Kyushu Motor: Hitachi Eingesetzt bei der japanischen Armee |
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| Tschechoslo- wakei |
1937 | T131 | 10 | Gebaut durch
Tatra Motor: Walter Minor 4-II, 105 PS |
| 1938 - 1949 | C104 | ca. 560 | Gebaut durch Aero Motor: Walter Minor 4-II, 105 PS |
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| Spanien | 1938 - 1963 | C.A.S.A. 1.131 | bis 1960: 555 | Gebaut durch
Construcciones Aeronauticos SA Motor: ENMA Tigre G-IV A, 125 PS bzw. ENMA Tigre G-IVB, 150 PS |
| Polen | ab 1996 | Bü 131 | 1999: 8 weitere im Bau |
Gebaut durch
Servis Samolotow Historycznych Motor: LOM M332 AK, 115 PS |
Die Bücker der Schweizer Armee:
A-1 bis A-6: Original Maschinen
A-7 bis A-84: Lizenzbau Doflug Altenrhein
A-85 bis A-94 requirierte Flugzeuge von Aero-Clubs
Quellenverweise: Veterano, Aero Band 3 S1223, Cockpit 4/1984, Cockpit 5/1985, Cockpit 12/1984, Fliegermagazin 12/1999
Technische Beschreibung (zum Anfang)
Rumpf:
Stahlrohr-Konstruktion, der Rumpfrücken ist aus Holz aufgebaut,
Formleisten ebenfalls aus Holz. Mit Ausnahme des vordersten Rumpfsegmentes das
mit Blechen verschalt ist, wurde der Rest des Rumpfes mit Stoff bespannt. Die
Fahrwerksbeine bestehen aus der tragenden Stahlrohr-Konstruktion die mit
Holz-Formteilen aerodynamisch gestaltet und mit Stoff bespannt wurde.
Leitwerk:
Konstruktion mittels feiner Stahlröhrchen die ebenfalls mit Stoff
bespannt wurden. Das Höhenleitwerk ist gegen das Seitenleitwerk abgestrebt.
Flügel:
Zweiholmige Holzkonstruktion mit Stoff bespannt. Querruder am oberen und
unteren Flügel. Streben aus Metall.
| Motor: | |
| Model | Hirth HM 504 A-2 |
| Entwicklungsfirma | Ing. Hellmuth Hirth, Stuttgart-Feuerbach, D |
| Herstellerfirma | Hirth-Flugzeugmotorenwerk, Stuttgart-Zuffenhausen, D |
| Luftgekühlter
4-Takt-Motor, 4 Einzelzylinder, hängend in Reihe angeordnet, Rückenflugvergaser, mechanischer Höhenkorrektor. Zylinderbohrung 105mm; Kolbenhub 115mm; Hubvolumen 3.984l; Verdichtungsverhältnis 6:1; keine Aufladung. |
|
Lebenslauf der HB-UVG: (zum Anfang)
Der Bücker mit der Seriennummer 30 wurde am 18.7.1938 vom Militär übernommen und bekam die militärische Kennung A-21. Wie die meisten Bücker wurde auch der A-21 nach Ausserdienststellung dem Aero-Club zur Weitergabe an interessierte Sektionen und Gruppen übergeben. Dabei wurden für die Vergabe der Bücker Prioritäten festgelegt (Sektionen und Gruppen welche Ausbildung betrieben, andere Sektionen und Gruppen und zuletzt schweizerische Einzelmitglieder des AeCS sowie weitere schweizerische Interessenten.
Die Fluggruppe Veterano hatte den letzten Bücker aus den Armeebeständen am 7.2.1979 vom Aero Club der Schweiz für 4000.-- Fr. übernommen. Im Kaufvertrag wurde unter anderem festgelegt:
Der Kaufvertrag wurde in fünfacher Ausführung
angefertigt und an folgende Stellen verschickt: zwei Exemplare für die Veterano
und je ein Exemplar für den AeCS, die Abteilung für Militärflugplätze und
das eidgenössische Luftamt.
Am 23. 6. 1979 wurde der Bücker von Max Schäfer von Dübendorf ins Birrfeld
überflogen.
Der HB-UVG wurde im 2002 nach einem Unfall am Boden komplett überholt und präsentiert sich heute in praktisch neuwertigem Zustand.
Lebenslauf der HB-UTN: (zum Anfang)
Die Ursprüngliche militärische Kennung des UTN
lautete A-74. Dieser Bücker hat die Seriennummer 87.
Bekannt ist, dass der UTN eine Zeitlang bei der Fliegerschule Birrfeld als
Schulflugzeug im Einsatz stand. Weiteres ist zur Zeit nicht bekannt.
Das Flugzeug wurde am 28.7.2001 durch Albert Hauser in Mülligen an die Fluggruppe Veterano verkauft. Auch der HB-UTN erstrahlt seit 2002 wieder in praktisch neuwertigem Zustand.